Der Laborbefund

Der digital gestütze Laborprozess

Das MIO Laborbefund ist ein standardisiertes digitales Format für medizinische Laborergebnisse und der Einstieg in den digital gestützten Laborprozess (dgLP).

Labordiagnostik wird fach- und sektorenübergreifend für nahezu alle medizinischen Disziplinen angewendet. Laborergebnisse spielen eine wichtige Rolle bei der Diagnose, der Behandlung und der Nachsorge von Patient:innen. 

Das MIO Laborbefund bündelt laborärztlich validierte Daten zu Laboruntersuchungen in einer strukturierten, interoperablen Form – bereit für den Einsatz in digitalen Anwendungen wie der elektronischen Patientenakte (ePA).

Ziele des Projekts

Einheitliche digitale Laborbefunde

Laborbefunde sollen zukünftig auch langfristig allen an der Versorgung beteiligten Ärzt:innen in der ePA zur Verfügung stehen. Dafür sollen sie zukünftig nicht mehr nur als Papier nur beim Beauftragenden landen oder als PDF in der ePA schwierig auffindbar und nachnutzbar sein. Ziel sind strukturierte, einheitlich interpretierbare Informationen!

Praxis- und Versorgungsvorteile

Das Suchen nach Labor(vor-)befunden und das Interpretieren der unterschiedlichen Darstellungen hat ein Ende! Mit dem MIO Laborbefund werden Ärzt:innen, Kliniken sowie Patient:innen gleichermaßen unterstützt. Technisch verarbeitbare Laborbefunde ermöglichen die Erstellung von Kumulativansichten und den Einbau hilfreicher Funktionen wie Popup-Hinweise zu kritischen Befunden.

Interoperabilität & Standards

Die technische Basis ist HL7® FHIR® – ein internationaler Standard für den sicheren Austausch von Gesundheitsdaten. Mit standardisierten Codes (z. B. LOINC®, SNOMED CT®) und UCUM®-Einheiten werden Laborwerte semantisch verständlich und können so IT-gestützt verglichen und weiterverarbeitet werden.

Inhalte des Laborbefundes

Das MIO Laborbefund wird administrative Angaben enthalten, insbesondere zum/r Patient:in, Labor, einsendenden Ärzt:in, Statusangaben zu Probenmaterial, Untersuchungen und Gesamtbefund.

Das MIO Laborbefund wird strukturierte quantitative und qualitative Messergebnisse enthalten. In der ersten Stufe sind damit bis zu 80% der im klinischen Alltag stattfindenden (Achtung Typo) Laboranalysen abgedeckt. Ergebnisse von speziellen Untersuchungen aus anderen Laborbereichen wie mikrobiologische Kulturen oder der Pathologie werden dem MIO anfangs ausschließlich als ergänzendes PDF/A-Dokument angehangen.

Kann das Ergebnis strukturiert abgebildet werden, soll die Laboruntersuchung durch das Labor (oder das LIS) mit LOINC® und ggf. ergänzend mit SNOMED® codiert werden, damit vergleichbare Untersuchungen und Ergebnisse von verschiedenen Laboren gut miteinander verglichen werden können.

Neben den Ergebnisangaben selbst werden bei quantitativen Messwerten auch die Referenzbereiche im MIO mitgeführt. Zudem können zlog-Werte angegeben werden, mit denen eine optische Einordnung der Ergebnisse standardisiert ermöglicht wird. Anhand einer definierten Funktion werden Abweichungen von den Referenzbereichen optisch hervorgehoben und zwar so, dass an der Intensität der Farbe der Grad der Abweichung erkannt werden kann.

Warum diese Informationen wichtig sind:

Diese Informationen unterstützen bei Diagnosestellung und Therapieentscheidung sowohl zu Beginn der Behandlung als auch im Verlaufs- bzw. Nachsorgeprozess und das digital und strukturiert.

Mehrwert des MIOs / Nutzung und Anwendergruppen

Plus: FHIR®-strukturierte Laborbefunde in der ePA bieten die Möglichkeit einer gezielten Suche nach bestimmten Parametern (bspw. spezieller Analyt). Die gefundenen Treffer lassen sich zunächst als Gesamtdokument abrufen und können anschließend durch das Primärsystem zum Beispiel zur Betrachtung von zeitlichen Trends einzelner Werte aufbereitet werden.

Mehrwert des MIOs / Nutzung und Anwendergruppen

Plus: FHIR®-strukturierte Laborbefunde in der ePA bieten die Möglichkeit einer gezielten Suche nach bestimmten Parametern (bspw. spezieller Analyt). Die gefundenen Treffer lassen sich zunächst als Gesamtdokument abrufen und können anschließend durch das Primärsystem zum Beispiel zur Betrachtung von zeitlichen Trends einzelner Werte aufbereitet werden.

Projektstatus & Roadmap

Restarbeiten an FHIR®-Spezifikation zur Absicherung der EU-Kompatibilität in Kürze abgeschlossen

Nächster Schritt:

Abstimmung mit gematik zur ePA-Integration (FHIR®-Server) des MIO Laborbefund. 

Ziel:

Veröffentlichung der dgLP-Spezifikationen gemäß der ePA-Roadmap in Q4/2026 und verbindliche Einführung mit Rollout durch Hersteller in Q2/2028.

Größte begleitende Herausforderung:

LOINC®-Integration in die Primärsysteme und Umstellung der Leistungskataloge in den Laboren auf LOINC®

FAQ

Laut der aktualisierten gematik-Roadmap von Ende Februar soll die Spezifikation zum Jahresende 2026 veröffentlicht werden. Für die Umsetzung haben die Hersteller dann bis zum Herbst 2027 Zeit. Nach einer Pilotierungsphase startet im zweiten Quartal 2028 der Roll out.

Ja, wir haben das Xt-EHR-Konsultationsverfahren mitbegleitet und unser MIO an den entscheidenden Stellen noch nachgeschärft, soweit die Änderungen auch für den deutschen Versorgungsprozess gepasst haben.

Umgekehrt haben wir Anregungen in die HL7 EU-Arbeitgsruppe gegeben, von denen wir glauben, dass auch andere Länder davon profitieren könnten und unser MIO an der Stelle bei einer Harmonisierung keine Abweichungen aufzeigen würde.

Gleichwohl wird es aufgrund nationaler Besonderheiten Unterschiede zwischen unserem MIO und den EU-Vorgaben zum Laboratory report geben, die jedoch unschädlich sind. Durch ein gut durchdachtes Mapping am NCPeH werden keine medizinisch relevanten Informationen aus dem MIO Laborbefund verloren gehen.

Von Beginn an sollen alle Laboruntersuchungen über das MIO strukturiert und soweit möglich codiert abgebildet werden. Dazu zählen insbesondere die Angaben zu den Patient:innen und den Leistungserbringenden sowie die Grundinformationen zur stattgefundenen Untersuchung.

Was die Untersuchungsergebnisse im Speziellen anbetrifft, wird insbesondere die allgemeine klinische Chemie vollstrukturiert abbildbar sein. Ergebnisse aus anderen Bereichen wie der Mikrobiologie werden größtenteils über eingebettete PDF- oder Bildanhänge abgebildet werden.

Auf der Hand liegt natürlich die Verfügbarkeit strukturierter Vorbefunde für Nachbehandelnde.

Diese können damit auch viel besser detektiert werden als die bisherigen PDF-Dokumente. Darüber hinaus erwarten sich die Hausärzte eine immer wiederkehrend gleich aufgebaute Kumulativansicht für die gängigsten Parameter, in der die Ergebnisse vergleichbarer Untersuchungen auf einer Zeile dargestellt werden; unabhängig davon, welches Labor die Untersuchung durchgeführt hat.

Die Primärsysteme arbeiten zu einem großen Teil noch nicht mit den LOINC®- SNOMED CT® und UCUM®-Terminologien.

Die Hauskataloge der Labore sind individuell und folgen keiner klaren semantischen Ordnung. Die Terminologie-Einführung in die Primärsysteme, das einheitliche Mappen der Kataloge auf LOINC® sowie die einheitliche Verwendung der Terminologien im Praxis- und Klinikalltag stellen die größte Herausforderung dar, um am Ende vergleichbare Laborergebnisse einrichtungsunabhängig in einer Kumulativansicht anzeigen zu lassen.

Dies ist zugleich der größte Mehrwert, den sich insbesondere die Hausärzte versprechen.

Geplant ist ein gestufter Einstieg. Mit dem Anwenderleitfaden des BfArM haben die Labore heute schon die Möglichkeit, sich mit dem Thema zu befassen.

Wir hoffen, dass die Primärsysteme möglichst noch vor der eigentlichen Implementierung des MIO Laborbefund die LOINC®- SNOMED CT® und UCUM®-Terminologien einbauen und eine Möglichkeit des niedrigschwelligen Mappens für die Labore schaffen. Für den Start haben wir eine sogenannte Kernliste erstellt, die ca. 100 Parameter enthält, welche einerseits sehr häufig beauftragt werden und die aus medizinischer Sicht für Kumulativansichten relevant sind.

Die Hauskataloge der Labore sollten also zum Start des Roll outs bzgl. dieser 100 Parameter schon mal auf LOINC® gemappt sein. In einer weiteren Phase wollen wir die Labore dazu bringen, ca. 80% ihres Kataloges auf LOINC® zu mappen. 

Wie könnte ein MIO in Primärsysteme eingebunden sein?

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Userflow des Krankenhausentlassbriefs

Weiterführende Links

🔗 Vollständige Projektseite (tiefere Detail-Infos): https://hub.kbv.de/spaces/LAB1X0X0/overview

🔗 Link zu technischen Spezifikationen (z. B. SIMPLIFIER) https://simplifier.net/lab1x0x0

🔗 Link zum Anwendungsleitfaden zur Kodierung von Labordaten in der elektronischen Patientenakte – https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Terminologien/LOINC-UCUM/LOINC-und-RELMA/Anwendungsleitfaden/_node.html

Weitere Projekte / MIOs

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird in verschiedenen Projekten und MIOs gestaltet.
Hier findest du unsere aktuellen Projekte und MIOs, mit der wir die Standardisierung der Gesundheitsdaten weiterentwickeln werden.