Bildbefund

Was ist das MIO Bildbefund?

Das MIO Bildbefund beschreibt den Befundbericht eines bildgebenden Verfahrens – beispielsweise aus Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchungen – in einer standardisierten und interoperablen Struktur. Dadurch können radiologische Befunde digital und systemübergreifend ausgetauscht werden und in der elektronischen Patientenakte (ePA) abgelegt werden.

Der Fokus des MIO liegt dabei auf dem strukturierten Befundbericht („Textteil“) der Untersuchung, während Bilddaten als Anhang beigefügt oder über einen eingebetteten Link referenziert werden können.

Ziele des Projekts

Struktur statt Freitext-Chaos

Radiologische Befundberichte enthalten heute viele Freitext-Informationen und werden häufig als PDF übermittelt. Das erschwert die Weiterverarbeitung und Integration in andere Systeme. Das MIO Bildbefund bringt eine einheitliche Datenstruktur für radiologische Befunde.

Interoperabilität im Versorgungssystem

Durch die Nutzung internationaler Standards wie HL7 FHIR®, SNOMED CT® und LOINC® werden Befunde semantisch eindeutig und systemübergreifend verständlich.

Schnellere Weiterbehandlung

Behandelnde Ärzt:innen können den strukturierten Befund direkt aus der ePA abrufen oder erhalten ihn bspw. per KIM über die Telematikinfrastruktur und können ihn unmittelbar für Diagnostik und Therapie nutzen.

Inhalte eines digitalen Bildbefundes

Der FHIR®-strukturierte Bildbefund wird u. a. folgende Informationen enthalten:

Medizinische Beurteilung und Diagnose

Anamnese und klinische Angaben

Anlass und medizinische Fragestellung der Untersuchung

Referenzen auf Bilddaten oder ergänzende Dokumente

Informationen zum bildgebenden Verfahren

Beschreibung der Untersuchungsergebnisse

Empfehlungen für weitere Diagnostik oder Behandlung

Das MIO Bildbefund macht den Unterschied:

Die strukturierte Dokumentation ermöglicht eine bessere Nachvollziehbarkeit der Befunde und erleichtert die Nutzung der Daten in digital unterstützten Versorgungssystemen.

Mehrwert des MIOs / Nutzung und Anwendergruppen

Bildgebende Verfahren sind in vielen medizinischen Bereichen, wie Diagnostik über Therapieplanung bis zur Verlaufsbeurteilung von zentraler Bedeutung. Entsprechend breit ist auch der Einsatzbereich des MIO Bildbefund.

Mehrwert des MIOs / Nutzung und Anwendergruppen

Bildgebende Verfahren sind in vielen medizinischen Bereichen, wie Diagnostik über Therapieplanung bis zur Verlaufsbeurteilung von zentraler Bedeutung. Entsprechend breit ist auch der Einsatzbereich des MIO Bildbefund.

Projektansatz

Das MIO Bildbefund wird gemeinsam mit Expert:innen aus Radiologie und Gesundheits-IT entwickelt. Beteiligt sind u. a. Fachgesellschaften, Industriepartner sowie Interoperabilitäts-Expert:innen. Ziel ist ein fach- und sektorenübergreifend nutzbarer Standard für radiologische Befundberichte.

Der strukturierte Bildbefund kann:

FAQ

Laut der aktualisierten gematik-Roadmap von Ende Februar steht das MIO noch im Backlog. Aufgrund dessen, dass es zu den priorisierten EHDS-Anwendungsfällen gehört, dessen Umsetzung bis Ende März 2031 verpflichtend vorgeschrieben ist, rechnen wir damit, ggf. nächstes Jahr mit der gematik in den Austausch zur Spezifikation treten zu können.

Das MIO liegt bereits in der Schublade. Ein Abgleich im Rahmen des Xt-EHR hat stattgefunden.

Das MIO wird zunächst alle Röntgen- MRT- und CT-Untersuchungen – auch mit Kontrastmittelgabe – sicher strukturiert abbilden können.

Darüber hinaus ist es durchaus anzunehmen, dass auch weitere Untersuchungen gut strukturiert über das MIO dokumentiert werden können.

Auf der Hand liegt natürlich die Verfügbarkeit strukturierter Vorbefunde für Nachbehandelnde. Diese können damit auch viel besser detektiert werden als die bisherigen PDF-Dokumente.

Darüber hinaus bietet das MIO die Chance, einen schnellen und für den Anfragenden unkomplizierten Zugriff auf die der Untersuchung zugrunde liegenden Bilder/Studien zu erhalten; entweder, in dem das Bild (z. B. Röntgenaufnahme eines Zahns) direkt als Datei an das MIO angehangen wird oder in dem die Bilder/Studie über einen im MIO hinterlegten Link aufrufbar wird.

Dies ist zugleich mit die größte technische Herausforderung, an der bereits im Hintergrund seitens der Industrie gearbeitet wird.

Aus unserer Sicht stellt die unkomplizierte Bereitstellung der der Untersuchung zugrunde liegenden Bilder aus dem Bildbefund heraus die größte Herausforderung dar.

Der in dem MIO vorgesehene Link, mit dem auf die bspw. in einem Bildportal vorgehaltenen Bilder zugegriffen werden kann, darf nur für berechtigt Anfragende funktionieren; also nicht durch Dritte nach erfolgter Weiterreichung des Links.

Zugleich soll der/die Zugriffsberechtigte möglichst niedrigschwellig Zugang erhalten; also ohne sich nochmal mit entsprechenden Zugangsdaten an dem Bildportal anmelden zu müssen. Daran arbeitet im Hintergrund bereits eine Arbeitsgruppe von RIS-/PACS-Anbietern.

Wie könnte ein MIO in Primärsysteme eingebunden sein?

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Userflow des Krankenhausentlassbriefs

Weitere Projekte / MIOs

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird in verschiedenen Projekten und MIOs gestaltet.
Hier findest du unsere aktuellen Projekte und MIOs, mit der wir die Standardisierung der Gesundheitsdaten weiterentwickeln werden.